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Knollendrosera Webseite

Wachstumsbedingungen

Der Schlüssel zum Erfolg

Der Schlüssel für einen erfolgreichen Kultivierung von Knollendroser liegt in der möglichst genauen Nachahmung der Bedingungen, denen die Knollendrosera in der Natur ausgesetzt sind. Deshalb werden wir einen Blick auf die Bedingungen der Hauptregion werfen, in denen die Knollendrosera wachsen.

Drosera aff. bulbosa El Caballo Blanco form

Drosera aff. bulbosa El Caballo Blanco form

Informationen zum Klima und zum Lebensraum

Fast alle tuberösen Drosera stammen aus semi-ariden Regionen im Südwesten Westaustraliens. Diese Gebiete werden in den Sommermonaten sehr heiß und trocken, sind aber im Winter feucht mit gemäßigten Temperaturen. Die Pflanzen passen sich diesen extremen Schwankungen an, indem sie im Winter wachsen und dann vor dem heißen und trockenen Sommer unterirdische Knollen entwickeln, um die Trockenzeit zu überstehen.

Durchschnittstemperatur[°C]

Perth Temperature

Mit Beginn des Sommers beginnen die Temperaturen auf über 20 °C zu steigen und die Fotoperiode erreicht etwa 10 Stunden pro Tag. Zu diesem Zeitpunkt beginnen alle Teile der Pflanze über dem Boden abzusterben und die unterirdischen Knollen werden gebildet. Einige Arten wie Drosera gigantea bilden Knollen bis zu einer Tiefe von 1,5 m. In dieser Tiefe sind die Temperaturen niedriger als an der Oberfläche und es wird auch Restfeuchte gespeichert, obwohl die Oberfläche extrem trocken ist. Wenn die Winterzeit beginnt, was zu niedrigeren Temperaturen und Niederschlägen führt, beginnen die Knollen wieder zu sprießen. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Photoperiode zwischen 8 und 6 Stunden. Die Gebiete, in denen Knollendrosera wachsen, sind in der Regel sehr sandig und steinig.

Durchschnittliche Sonnenstunden (Photoperiode)[h]

Perth Sunhours

Im Winter, wenn das Klima durch Niederschläge feuchter und die Erde wieder nass wird, beginnen die Knollendrosera zu wachsen.

Durchschnittlicher Regenfall[mm]

Perth Rainfall

Diese Diagramme zeigen die zusammengefassten Statistiken für Perth, Australien. Die Originaldaten stammen vom Australian Government, Bureau of Meteorology.

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Bedingungen für eine erfolgreiche Kultivierung

Jetzt werden wir uns die Bedingungen zuwenden, die wir in der Kultur einhalten müssen, damit unsere Pflanzen gut wachsen.

Temperatur

Knollendrosera sind ein wenig schwierig bei den Temperaturen. Wenn die Temperaturen unter 0°C sinken und der Topf gefriert, stirbt die Pflanze und man kann nur hoffen, dass ein paar Wurzeln überleben, um eine neue Pflanze zu bauen und dass diese Pflanze stark genug wird, um eine Knolle zu bilden, wenn die Wachstumsperiode vorbei ist. Wenn die Temperatur nur einige Stunden unter 0°C (32°F) liegt und nicht vollständig gefroren ist, auch wenn der Tau gefriert, können die Pflanzen das durchaus überstehen.

Wenn die Knollendrosera dagegen eine Woche lang oder länger Temperaturen über 25 °C erreichen, denken die Pflanzen, dass der trockene Sommer naht. Als Reaktion darauf werden sie beginnen, den oberirdischen Teilen der Pflanze Nährstoffe zu entziehen, um eine unterirdische Knolle zu bauen und die Pflanze stirbt oberirdisch ab.

Daher sollten die Temperaturen während der Wachstumsperiode zwischen 5 und 20 °C liegen. Meine Pflanzen werden auf dem Dachboden bei Temperaturen von etwa 15 bis 20 °C am Tag und 10 bis 15 °C in der Nacht gehalten und das funktioniert gut. In der Ruhezeit sollten die Temperaturen über 20 °C liegen aber zu hohe Temperaturen vielleicht so über 30 °C sollten vermieden werden. Keine Sorge, wenn es einige Tage mit kühleren Temperaturen gibt aber diese Zeit sollte nicht länger als eine Woche oder so sein, sonst können die Knollen anfangen zu sprießen.

Wie ihr in den Grafiken oben sehen können, liegen die Temperaturen in der Vegetationsperiode tagsüber unter 25°C mit relevanten Niederschlägen und etwa 8 bis 6 Stunden Sonneneinstrahlung. In der Ruhezeit liegen die Temperaturen über 25°C ohne nenneswerte Niederschläge.

Bodenfeuchte

Im Winter, während die Knollendrosera wachsen, muss das Substrat immer feucht sein. Der einfachste Weg, den Boden feucht zu halten, ist die Verwendung der Anstaumethode, es muss aber unbedingt sichergestellt sein, dass die Knollen sich oberhalb der Wasserlinie befinden. Normalerweise ist das kein Problem, da die Knollen am besten in der Mitte des Topfes gepflanzt werden. Wenn man aber die knollen nicht immer ausbuddelt kann es sein, dass sie sich von selbst am Boden des Topfen bilden. Dies ist ein weiterer Grund, den Pflanzen weniger Wasser zu geben, wenn erste Anzeichen einer Ruhephase beobachtet werden. Wenn ich sehe, dass die Pflanze anfängt sich zückzuziehen, stelle ich diese Pflanzen in eine separate Schale. Diese Schale wird nur ab und an bewässert. Am nächsten Tag sauge ich das übriggebliebene Wasser ab. Die Bewässerung der Töpfe wird zum Sommer hin gegerell verringert und irgendwann im Frühsommer ganz eingestellt.

Zum Anfang meiner glorreichen Karriere als Knollendroserist, habe ich den Fehler gemacht, die Pflanzen so lange wie möglich in der Wachstumsphase zu halten. Ich dachte, solange die Pflanzen wachsen, ist es besser sie feucht zu halten und ich hörte erst auf zu gießen, als sie oberirdisch schon nahezu abgestorben waren. Das Ergebnis war, dass einige Knollen verrottet sind. Beachtet bitte, dass sich die Knollen nicht erst bilden, wenn ober schon alles Kalhl ist sondern im Gegenteil, der ganze Spaß beginnt, bevor man oben was erkennen kann. Ich weiß, dass es schwer ist, eine gesunde Pflanze zu sehen, die an Durst zu sterben scheint und ihr nicht einmal einen Tropfen Wasser zu geben, aber sie erwarten und brauchen das.

Es ist noch manchmal gerade in älteren Werken zu lesen, dass man die Töpfe im Sommer vollkommen trocken halten sollte. Das ist meiner Meinung nach falsch und ich habe damit auch schlechte Erfahrungen gemacht. Die Pflanzen ziehen sich ja gerade deshalb zurück, um der Trockenheit bzw. Austrocknung zu entgehen, von daher sollten die Töpfe ganz egal wo die stehen zumindest innen immer leicht bis ganz leicht feucht sein. Im Sommer gibt es bei mir immer mal ab und an Wasser. So einen Schluck mit der kleinen Gießkanne vielleicht jeden Monat.

Feuchtigkeit

Im Allgemeinen sind Knollendrosera nicht so wählerisch wenn es um die Luftfeuchtigkeit geht. In der Vegetationsperiode (im Lebensraum) gibt es zwischen 60 und 80% relative Luftfeuchtigkeit und das ist der Bereich, den man erreichen sollten. Die Luftfeuchtigkeit kann durch eine Reihe von Parametern gesteuert werden - zum Beispiel gibt es etwa 100% Luftfeuchtigkeit in einem geschlossenen Glasbehälter und 20 - 50% in einem offenen Glasbehälter im Haus (je nach Jahreszeit). Wenn die Töpfe in einer Schale im Anstau stehen ist das meistens kein Problem.

Licht

Wie fast alle Drosera brauchen knollenförmige Drosera viel Licht aber sie haben keine sehr hohen Anforderungen, da sie üblicherweise in der kalten Jahreszeit wachsen, wenn die Lichtintensität eher gering ist. Außerdem liegt die natürliche Photoperiode zwischen 6 und 8 Stunden während Wachstumszeit.

Kultivierung im Gewächshaus (gff. mit zusätzlicher Beleuchtung)

Wenn ihr die Knollendrosera im Winter in einem Gewächshaus bei einer angemessenen Temperatur kultiviert, benötigt ihr wahrscheinlich kein zusätzliches Licht. Wenn die Pflanzen unter diesen Bedingungen keine vollständige Färbung ausbilden, ist das nicht unbedingt schädlich solange die Pflanzen noch Tau produzieren. Wenn man die Pflanzen zusätzlich beleuchten möchte ist es besser, die zusätzliche Beleuchtung während der natürlichen Photoperiode zu anzuschalten anstett die Photoperiode zu verlängern.

Kultur unter künstlichem Licht

Knollendrosera kann sehr gut unter künstlichem Licht kultivieren. In diesem Fall muss die Temperatur aber sorgfältig überwacht werden. Die meisten Leuchtstoffrühren und LED-Strahler erzeugen einiges an Wärme. Dies kann ein Problem sein, da Wärme einer der wichtigsten Faktoren zu sein scheint, der die biologische Uhr der Knollendrosera steuert. Bei künstlicher Beleuchtung funktioniert eine konstante Photoperiode von 8 Stunden in der Vegetationsperiode gut. In den letzten Jahren habe ich erfolgreich folgendes Lichtkonzept praktiziert:

Ich halte alle meine Knollendrosera und auch meine Zwergdrosera und winterwachsenden afrikanischen Arten im Winter, wenn die Außentemperaturen zu niedrig sind, unter Kunstlicht. Hierfür verwende ich mehrere Regale mit T5-Röhren. Die modernere Technologie sind LED-Lampen aber ein Umbau ist nicht ganz billig und technisch anspruchsvoll. Daher wird es wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis ich alles auf LED umgestellt habe. Wenn Ihr am Anfang eurer wundervollen Karriere als Knollendrosera-Gärtner steht, solltet Ihr allerdings gleich mit LED's beginnen.

Achtung: Der Umgang mit den elektrischen Geräten ist gefährlich! Wenn Ihr nicht über ausreichende Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, solltet ihr die Beleuchtung nicht von Grund auf selbst bauen, sondern handelsübliche, vorgefertigte LED-Röhren oder LED-Streifen oder LED-Strahler verwenden.

Einige Tipps zu den Bedingungen

Einige der Knollendrosera wollen nicht einschlafen! Deshalb habe ich, abgesehen von den natürlich höheren Temperaturen im Sommer und dem Wassermangel, die Fotoperiode für die letzten im Juni auf 11 Stunden gesetzt. Dies geschieht jedoch sehr selten, da ich meine Pflanzen in der Regel im April oder Mai auf die Terrasse stelle und sie dort den ganz natürlichen Lebenszyklus haben.

Wenn Ihr die Möglichkeit habt, die Knollendrosera Drosera irgendwo im Garten, auf einer Terrasse oder auf einem Balkon hinzustellen würde ich euch das für den beginnund das Ende der Saison unbedingt empfehlen. Ich habe meine von etwa August bis Oktober/November auf der Terrasse, solange die minimale Nachttemperatur nicht unter 5° C fällt. Dann nehme ich sie ins dachgeschoss unter Kunstlicht bis zum März und wenn die Nachttemperaturen höher als 5 °C sind, kommen sie wieder auf die Terrasse. Dort können sie dem natürlichen Rhythmus folgen und man spart auch noch Strom. Meistens färben sich die Pflanzen dann zum Ende der Saison hin auch nochmal richtig schön aus. Ihr müßt aber folgendes beachten:

Am Ende der Saison sollten die Pflanzen zu Beginn nicht zu viel Sonne abbekommen. Die Lichtintensität eines bewölkten Sommertages liegt bei etwa 20000 lx und damit mehr oder weniger bei der Intensität, die man unter künstlichem Licht erreichen könnte und sollte. Bei einem wolkenlosen Sommertag in der Mitteleuropa oder der USA kommt man leicht auf 100000 lx. Von daher ist es gut, wenn man die Pflanzen zum Anfang an sehr sonnigen Tage etwas abschattet.

Achten zu Beginn der Saison auch auf zu niedrige (nahe oder unter dem Gefrierpunkt) oder zu hohe Temperaturen (25 °C).

Achten darauf, dass sich die Luftfeuchtigkeit nicht zu schnell ändert. Befanden sie sich in einem mehr oder weniger geschlossenen Container, sind sie an eine hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt. Passt sie in den ersten 2 Wochen an die Feuchtigkeit im Freien an, indem ihr sie zuerst in einem mehr oder weniger geschlossenen Behälter aufbewahrt und dann den Behälter Tag für Tag ein wenig mehr und ein wenig länger öffnet.

Achtet darauf, dass sie im Freien vor starkem Regen geschützt sind. Dies könnte sich besonders für feine, aufrechte Arten wie D. bicolor, D. zigzagia und so weiter und für Sämlinge katastrophal auswirken. Normalerweise lasse ich die feineren und selteneren Arten und die Setzlinge die ganze Zeit unter künstlichem Licht stehen, weil ich Angst habe, sie zu verlieren. Der ganze Rest meiner Knollendrosera und auch die Zwerge und winterwachsenden Afrikaner sind so schnell wie möglich draußen.

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